Rohrbau mit
Yumi Deger
Rohrbau Lehrbeauftragte an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Yumi Deger ist international eine gefragte Fagottistin und Rohrbauerinnen. Sie spielt regelmäßig in renommierten Orchestern und Ensembles weltweit und gibt gerne ihr umfangreiches Wissen weiter: als Fagottlehrerin an der Musikschule der Stadt Düsseldorf, als Dozentin für Fagott an den städtischen Musikschulen Köln und Bonn sowie als Dozentin für Fagottrohrbau an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.
Bereits im Alter von 15 Jahren begann Yumi mit dem Rohrbau. Durch ihre außergewöhnliche Sorgfalt bei der Materialauswahl, ihre handwerkliche Präzision und ihr feines Gespür für Klangentwicklung hat sie sich über viele Jahre hinweg einen exzellenten Ruf erarbeitet. Heute zählen unter anderem Fagottistinnen und Fagottisten der Tonhalle Zürich, der Staatskapelle Berlin, des Gewandhausorchesters Leipzig, der Münchner Philharmoniker, des Theaters Wuppertal sowie Prof. Amy Harman zu ihren Stammkunden.
Das folgende Werkzeug-Set wurde gemeinsam mit Yumi zusammengestellt und umfasst genau die Werkzeuge, die sie selbst täglich für die Herstellung ihrer Fagottrohre verwendet.
Holzauswahl
Die Holzauswahl ist für Yumis Rohbauprozess von größter Bedeutung.
"Das Wichtigste, was Fagottistinnen beim Rohrbau wissen sollten ist, wie man Holz sortiert und welche Marke, Dichte und Härte des Holzes für einen selbst und für das eigene Fagott passen."
Zu Beginn sortiert sie die Holzstangen sorgfältig und verwendet ausschließlich Stangen mit einem Durchmesser von 24–26 mm. Diese werden anschließend geteilt, eingeweicht, auf Länge geschnitten und auf eine Stärke von 1,7–1,8 mm vorgehobelt.
Nach mehreren Tagen Trocknungszeit misst Yumi die Dichte des Holzes und ordnet es verschiedenen Kategorien zu. Auf diese Weise kann sie gezielt unterschiedliche Rohrtypen herstellen. Je nach Dichte und Härte wird das Holz auf unterschiedliche Stärken gehobelt, um das optimale Ergebnis aus jedem einzelnen Stück herauszuholen.
| Dichte | Hobeldicke |
|---|---|
| 67 – 68 | 1,25 – 1,30 mm |
| 69 – 70 | 1,30 – 1,35 mm |
| 71 – 72 | 1,35 – 1,38 mm |
| 73 – 74 | 1,35 – 1,40 mm |
Härte: 14 – 17
Während das Innehobeln misst Yumi regelmäßig nach, um sicherzustellen, dass die angestrebte Stärke und Härte exakt erreicht werden. Anschließend werden die Hölzer mit einer R1A Form fassoniert und außen gehobelt.
Nach dem Einritzen werden die Hölzer in der Mitte gefaltet,
und mit 0,6 mm Draht aufgebunden und geformt.
| Draht | Position |
|---|---|
| 1 | 1 – 2 mm hinter der Stufe |
| 2 | 5 – 6 mm hinter dem 1. Draht |
| 3 | 5 – 6 mm vom Ende des Schafts |
Yumi's Tipp
Yumi empfiehlt, den Garn nicht komplett bis zum zweiten Draht zu wickeln. Auf diese Weise können Sie den zweiten Draht näher an den ersten Draht heranrücken, wenn die Tenorlage etwas zu tief ist, oder weiter zurückziehen, wenn die Intonation zu hoch ist.
Die Puppen bleiben auf dem Dorn auf einem Trockenbrett bis sie komplett getrocknet sind. Nach dem Trocknen, wickelt Yumi sie mit Baumwoll-Häkelgarn, schneidet die Bahnlänge auf 28 mm und bearbeitet sie mit der Anspitzhobelmaschine unter Verwendung der GR5 Schablone.
Den finalen Feinschliff nimmt Yumi mit Messer, Diamantfeile und 320er-Schleifpapier vor. Dabei testet sie jedes Rohr immer wieder an ihrem eigenen Fagott, bis das gewünschte klangliche und spieltechnische Ergebnis erreicht ist. Erst dann machen sich die fertigen Rohre auf den Weg zu glücklichen Fagottistinnen und Fagottisten in aller Welt.
Reeds ’n Stuff veranstaltet in Zusammenarbeit mit Yumi regelmäßig Rohrbaukurse. Wer das Geheimnis ihrer Holzauswahl kennenlernen oder live erleben möchte, wie sie den letzten Feinschliff setzt, kann sich direkt an Yumi wenden oder unsere kommenden Kurse im Blick behalten
Rohrrezept
Wer Yumis Arbeitsweise kompakt nachvollziehen möchte, findet alle wichtigen Schritte in ihrem Rohrrezept, das als praktische Schnellreferenz zusammengestellt ist. Für eigene Notizen und individuelle Anpassungen empfehlen wir unser Logbuch für Fagottrohre.
15.07.2026
Interview Fagott Tipps-und-Tricks
